Bürgermeisterwahl Bad Brückenau 2010
Brigitte Meyerdierks gewinnt die Bürgermeisterwahl
Brückenau, Lkr. Bad Kissingen. Knapp fünfundvierzig Minuten nach Schließung der Wahllokale stand Brigitte Meyerdierks (CSU) als Gewinnerin der Bürgermeisterwahlen fest. Mit 63,58 Prozent erhielt die 55-jährige Dipl. Verwaltungswirtin die klare Stimmenmehrheit. "Hoch soll sie leben, dreimal hoch" empfingen die Blaskapelle Rhön-Diesel-Express Modlos und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die Kandidatin vor dem Rathaus. Der Gewinnerin standen Freudentränen in den Augen. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,91 Prozent.
Ralf Keßler (SPD), Mitbewerber um den Chefsessel im Rathaus erhielt 18,81 Prozent der Wählerstimmen, auf Amtsinhaber Thomas Ullmann entfielen 17,61 Prozent. Ullmann schaffte eine neuerliche Nominierung über die neu gegründete "Bad Brückenauer Liste". Er hielt das Bürgermeisteramt 12 Jahre inne. Mit einem Blumenstrauß gratulierte der seiner Nachfolgerin im Amt. "Es war klar, dass es schwer wird", sagte Ralf Keßler.
Mit bei der ersten Gratulantenschar waren neben Dieter Seban, Vorsitzender des CSU Ortsverbandes, Landrat Thomas Bold (CSU) auch MdL Robert Kiesel. Die Zahl der Gratulanten reichte vom Bürgermeister ihres Geburtsortes Tiefenbach bei Passau über sämtliche CSU-Abgeordnete der Region bis zur Europa-Ministerin Emilia Müller. Am vorläufigen Wahlerergebnis habe sich nichts geändert, so Anton Kiefer, Leiter des Wahlausschusses.
Mit Brigitte Meyerdierks wurde erstmals eine Frau in der Geschichte der Stadt zur Bürgermeisterin gewählt, zudem ist Meyerdierks die Erste in der Stadtgeschichte, die über die Liste der CSU ins Amt gekommen ist. MIt neun von 20 Mandaten stellt die CSU die Mehrheit im Stadtrat. Die Amtübergabe findet am 1. November statt. Eine Stichwahl in vierzehn Tagen ist auf Grund des klaren Wahlergebnisses hinfällig.
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Bad Brückenau wählt am 20. Juni 10 einen neuen Bürgermeister.
Für den Chefsessel im Rathaus gibt es drei Bewerber.
Wenige Tage vor dem Urnengang waren rhoenpuls.de und die Bürgermeisterkandidaten im Gespräch.
In der Reihenfolge der Nummerierung der Wahlvorschläge stellen wir Brigitte Meyerdierks, die für die CSU ins Rennen geht, Ralf Kessler, gebürtiger Brückenauer, der von der SPD aufgestellt wurde und Amtsinhaber Thomas Ullmann, der über die neu gegründete Bad Brückenauer Liste nominiert worden ist, vor.
Brigitte Meyerdierks
Brigitte Meyerdierks, Dipl. Verwaltungswirtin, 55 Jahre, Verkaufsleiterin bei Paul & CO in Wildflecken, 2. Bürgermeisterin, Kreisrätin, bekleidet mehrere Ehrenämter.
Brigitte Meyerdierks ist verwitwet, Mutter zweier Töchter, 18 und 20 Jahre.
Sie besuchte das Adalbert-Stifter-Gymnasium in Passau, absolvierte anschließend eine Ausbildung bei der Deutschen Bundespost. Es folgte ein Studium an der FH des Bundes mit Abschluss als Dipl. Verwaltungswirtin, später Abteilungsleiterin bei der Postbank München.
Wenn Sie die Wahl gewinnen:
Wo setzen Sie Schwerpunkte?
Diese Stadt, in der ich mit meinen Kindern eine Heimat gefunden habe, voran zu bringen. Vordringlichste Aufgabe sehe ich darin, Bad Brückenau als Stadt für Kur und Tourismus attraktiv zu gestalten. Kooperation mit den umliegenden Gemeinden, dem Staatsbad sowie übergeordneten Gremien und die Schaffung von Netzwerken. Als Beispiel nenne ich das Forum Bad Brückenau, es gilt das Wir-Gefühl in Bad Brückenau zu stärken, neuen Teamgeist zu entwickeln. Auch der Stadtrat muss als Team zusammenarbeiten, dazu bedarf es größtmöglichster Transparenz sowie Informationen der Sachverhalte.
Auf lange Sicht, worauf lieg das Hauptaugenmerk?
Die Menschen begeistern, Zukunft sehen, mit Ressourcen sorgfältig umgehen. Das Förderprogramm „Stadtumbau West“ sehe ich als eine große Chance, als eine Art Fahrplan für Bad Brückenau, die Stadt für Bürger und Gäste zu modernisieren, attraktiv zu gestalten.
Wie beurteilen Sie die Auswirkungen des Sparpaketes der Bundesregierung auf die Kommune?
Sicherlich hat das Sparpaket Auswirkungen, doch dies ist alles noch nicht durchdiskutiert. Derzeit kann man wenig Einfluss nehmen auf die Bundespolitik. Man kann erst handeln, wenn Fakten auf dem Tisch liegen.
Wie finden Sie Entspannung, wie stehen Sie zum Thema Familie, was sind Ihre Hobbys?
Freude an schönen Dingen, ich sammle Porzellan vor allem Milchkännchen. Ich bin gerne Gastgeberin, koche gerne, meine Kinder lieben Sauerbraten und Milirahmstrudel nach einem alten Rezept meiner Mutter, doch leider bleibt dazu im Moment wenig Zeit, gesellige Treffen, Konzerte und besonders Theater. Meine Familie ist mir außerordentlich wichtig und mein Hund Ferdinand.
www.brigitte-meyerdierks.de e-mail: info@brigitte-meyerdierks.de
Ralf Kessler
R
alf Kessler, 47 Jahre, geprüfter Bestatter im familiengeführten Betrieb, daneben Berufsbetreuer sowie Honorardozent am Berufsbildungszentrum und an der privaten Handelsschule in Fulda. Dort engagiert er sich auch in der Industrie- und Handelskammer als ehrenamtlicher Prüfer.
Ralf Kessler ist verheiratet mit Ehefrau Carina, drei Kinder, Anna-Lena (17), Celinè (8), Noel (6)
Ralf Kessler machte am Franz-Miltenberger-Gymnasium Bad Brückenau das Abitur, dem Grundwehrdienst in Hammelburg folgte ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Fulda mit dem Abschluss Diplom-Betriebswirt (FH).
Ralf Kessler bekleidet zahlreiche Ehrenämter und ist seit 2006 Kassenprüfer und Revisor im Bundesverband Deutscher Bestatter e.V. Düsseldorf.
Wenn Sie die Wahl gewinnen:
Wo setzen Sie Schwerpunkte?
Sehen was geht, was geht nicht, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess einleiten. Vor dem Hintergrund einer drohenden Finanzkrise werde ich das Programm „Stadtumbau West“ auf den Prüfstand stellen, über Fördermittel daraus das zügig umsetzen, was machbar ist.
Offener Umgang miteinander, aufeinander zugehen, Vertrauen schafft Motivation, Motivation bringt Erfolg und dieser wiederum hat positive Auswirkungen. Bad Brückenau mit allen seinen Stadtteilen muss an einem Strang ziehen. Die Zusammenarbeit mit dem Staatsbad verstärken.
Auf lange Sicht, worauf lieg das Hauptaugenmerk?
Demografische Entwicklung, Bauplätze müssen für junge Leute attraktiv sein, damit diese sich in Bad Brückenau ansiedeln, Wirtschaft- und Gewerbe fördern, Bad Brückenau als Gesundheits- und Kurstadt etablieren, zentrale Netzwerke schaffen, beispielsweise mit der „Dachmarke Rhön“, Drogen- und Computersucht entgegenwirken, Förderung von Jugendräumen sowie der Jugend- und Seniorenarbeit.
Wie beurteilen Sie die Auswirkungen des Sparpaketes der Bundesregierung auf die Kommune?
Da gilt es abzuwarten. Sicherlich werden die Kommunen finanzielle Auswirkungen deutlich spüren.
Wie finden Sie Entspannung, wie stehen Sie zum Thema Familie, was sind Ihre Hobbys?
In der Musik, dem Musikverein, als Klarinettist spiele ich in meiner Freizeit gerne Blasmusik bei den Musikfreunden Bad Brückenau Volkers. In meiner Familie finde ich Ruhe, Kraft, Geborgenheit und Liebe. Familien sind ein wichtiger Baustein unserer Gesellschaft.
www.kessler-buergermeisterkandidat.de E-mail: r.h.kessler@t-online.de
Thomas Ullmann
Thomas Ullmann, 51 Jahre, Rechtsanwalt, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke GmbH, Mitglied des Kreistages, Vorsitzender des Integrationsvereins ZUGG e.V., verheiratet, 2 Töchter Tanja und Sandra, beide 16 Jahre.
Fachabitur, 1993 2. Juristisches Staatsexamen, ein Jahr später Rechtsanwaltszulassung, Leiter des Ordungsamtes Suhl, Geschäftsleitender Beamter Kulmbach, seit 12 Jahren Bürgermeister in Bad Brückenau.
Wenn Sie die Wahl gewinnen:
Wo setzen Sie Schwerpunkte?
Die Stadt endlich so präsentieren wie wir sind, individuell, was die gesundheitliche und touristische Ausrichtung betrifft, beispielsweise Themenwanderwege. Es wäre falsch, Zielgruppen auf Biegen und Brechen zu verändern. Stärkung des Einzelhandels und der Gewerbetreibenden, Existenzgründungen unterstützen.
Auf lange Sicht, worauf lieg das Hauptaugenmerk?
„Stadtumbau West“, die Stärkung der Innenstadt, Ansiedlung von Firmen, Dienstleistern mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Seniorenbetreuung, denn die größten Entwicklungsreserven der Stadt liegen im Bereich Gesundheitsstadt. Kliniken, Einzelhandel, Seniorenbetreuung, all dies gilt es zu bündeln für eine positive Stadtentwicklung. Hinter allen Zuschüssen „Stadtumbau West“ steht ein dickes Fragezeichen und aus eigener Kraft die Projekte stemmen wird schwer.
Wie beurteilen Sie die Auswirkungen des Sparpaketes der Bundesregierung auf die Kommune?
Konkrete Auswirkungen sind schwer abzusehen, sicherlich wird es die Ärmsten treffen, Wohngeld, Tafel wird mehr in Anspruch genommen werden.
Wie finden Sie Entspannung, wie stehen Sie zum Thema Familie, was sind Ihre Hobbys?
Die Freizeit eines Bürgermeisters ist knapp bemessen. Aber wenn, dann Billardspielen, die Bildhauerei oder bei schönem Wetter mit dem Motorrad durch die Rhön fahren. Kraftquellen sind Familie und Glaube, denn ein Leben ohne Glauben ist nicht wirklich erfolgreich.

















